Astrium liefert Radarinstrument für Sentinel-1A

28 Oktober 2013

  • Astrium liefert Radarinstrument an Thales Alenia Space
  • Sentinel-1A ist neuer ESA-Satellit für die globale Umweltbeobachtung und Sicherheit
  • Siebenjährige Mission soll 2014 beginnen
  • Mit dem Sentinel-1-Radar setzt Astrium seine 30-jährige Erfolgsgeschichte in der Radartechnologie fort
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Astrium, das weltweit zweitgrößte Raumfahrtunternehmen, hat das Radarinstrument für den Umweltsatelliten Sentinel-1A fertiggestellt und liefert es jetzt zum Einbau in den Satelliten nach Rom zu Thales Alenia Space aus.

“Mit den Instrumenten für die Sentinel-1-Satelliten schlagen wir ein neues Kapitel unserer Erfolgsgeschichte mit Radartechnologie für den Weltraum auf“, sagte Eckard Settelmeyer, Leiter des Bereichs Erdbeobachtung, Navigation und Wissenschaft in Deutschland. „Astrium hatte die industrielle Verantwortung für europäischen Satelliten ERS-1/ERS-2 und Envisat inne und entwickelte und baute die Radar-Nutzlasten für AMI (ERS), ASAR (Envisat) und ASCAT (MetOp). Darüber hinaus hatte Astrium die übergreifende Verantwortung für die deutschen Radar-Satelliten-Projekte TerraSAR-X und TanDEM-X sowie für die geplanten Phased-Array-Satelliten des SARah-Programms – alles in Allem eine lange und erfolgreiche Reihe von Technologien und Produkten.“

Sentinel-1A, den TAS als Hauptauftragnehmer führt, ist der erste einer ganzen Reihe von "Wächter"-Satelliten (Sentinel = engl. für Wächter) für das Europäische "Copernicus"-Programm; einem Gemeinschaftsvorhaben der Europäischen Kommission, der europäischen Weltraumorganisation ESA und der europäischen Umweltagentur EEA. Mit "Copernicus" wird ein nachhaltiges europäisches Netzwerk zur Erfassung und Auswertung von Umweltdaten und für zivile Sicherheitsaufgaben geschaffen.

Sentinel-1 ist speziell für ein breites Aufgabenspektrum im Bereich Umwelt ausgelegt. Sentinel-1 dient folglich der Überwachung des maritimen Umfelds und der Beobachtung von Meereis, Ölteppichen, Erdrutschen, Überschwemmungen und hilft bei der Aufklärung und Einsatzunterstützung in Katastrophenfällen, in denen aktuelle Daten binnen kürzester Zeit verfügbar sein müssen.

Darüber hinaus können die Daten auch für die Auswertung von längerfristigen Vorgängen verwendet werden. So kann beispielsweise die Beobachtung der abschmelzenden Eismassen in Grönland wichtige Daten liefern, auf deren Grundlage Aussagen über die Höhe des Anstiegs des Meeresspiegels gemacht werden können.

Der rund 2,3 Tonnen schwere Satellit wird ab 2014 die Erde in rund 700 Kilometern Höhe umrunden. Seine Umlaufbahn führt ihn bei jedem Umlauf über die Erdpole, so dass das Radarinstrument die Erde "streifenweise" abtasten kann, während diese sich unter ihm hindurch dreht. Neu ist, dass das Astrium-Radar ein kontinuierliches Aufnehmen - also rund um die Uhr - ermöglicht. Mindestens sieben Jahre lang soll Sentinel-1A die Erde aus dem Orbit beobachten.

Rund 18 Monate nach dem Start von Sentinel-1A mit einer Sojus-Trägerrakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou (Französisch-Guyana) soll mit Sentinel-1B ein Zwillings-Satellit gestartet werden, um die zeitliche Auflösung (d.h., die Erreichbarkeit jedes Punktes auf der Erde in kürzerer Zeit) zu verbessern. Dann kann die gesamte Landmasse in nur sechs Tagen (Sentinel-1A und -1B zusammen) kartiert werden.

Das von Astrium Friedrichshafen gebaute C-Band SAR-Instrument ist das Herzstück der Mission, dessen Basistechnologie wie die T/R-Module, die Front-End-Elektronik für die Antenne und das Datenmanagement und Übertragungssubsystem von Thales Alenia Spce gebaut wurden. Auffälligstes "Merkmal" ist die 12,30 Meter x 0,90 Meter große Hohlleiterantenne. Beim Synthetic Aperture Radar (SAR) wird durch die Flugbewegung des Satelliten eine wesentlich größere Antenne simuliert als tatsächlich vorhanden ist. Dadurch wird die Auflösung der Aufnahmen erheblich verbessert. Das Radar von Sentinel-1 operiert im C-Band-Wellenbereich. Der C-Band-Radarstrahl, der eine Wellenlänge von sechs Zentimetern hat, dringt durch Kulturpflanzen bis auf den Erdboden durch, Bewegungen/Veränderungen der Erdoberfläche werden mit seiner Hilfe im Millimeterbereich wahrgenommen.

Das Sentinel-1-SAR-Instrument ist mit einer aktiven Antenne ausgestattet, die aus 560 miteinander gekoppelten Einzelantennen besteht und die von Astrium in Friedrichshafen gebaut wurde. Die angeschlossene SAR-Elektronik stammt von Astrium aus Großbritannien (Portsmouth). Die aktive Antenne kann elektronisch auf ein Aufnahmegebiet gerichtet werden ohne dass sie hierzu bewegt werden muss. Mit Hilfe dieser Technik können beim Überflug mehrere nebeneinander liegende Streifen abgetastet und später zu einem größeren Gesamtbild zusammengesetzt werden.

Über Astrium

Together, pioneering excellence

Astrium ist das führende europäische Unternehmen für Weltraumsysteme und -technik und die Nummer zwei weltweit. Als einziges Unternehmen auf der Welt deckt Astrium die gesamte Palette von zivilen und militärischen Raumfahrtsystemen, Ausrüstungen und Dienstleistungen ab.

Im Jahr 2012 erreichte Astrium einen Umsatz von mehr als 5,8 Mrd. € und beschäftigte weltweit 18.000 Mitarbeiter.

Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: Astrium Space Transportation, der europäische Hauptauftragnehmer für Trägerraketen, orbitale Systeme und Weltraumexploration; Astrium Satellites, ein führender Anbieter von satellitenbasierten Systemlösungen einschließlich Satelliten, Bodensegmenten, Nutzlasten und Ausrüstungen; Astrium Services, der Partner für Weltraumdienstleistungen, liefert umfassende stationäre und mobile Lösungen für sichere und kommerzielle Satellitenkommunikation und Netzwerke sowie maßgeschneiderte Produkte und Services im Bereich Geo-Informationsdienste weltweit.

Astrium ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von EADS, einem weltweit führenden Unternehmen der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen mit einem Umsatz von 56,5 Mrd. € im Jahr 2012 und mehr als 140.000 Mitarbeitern. Zu EADS gehören die Divisionen Airbus, Astrium, Cassidian und Eurocopter.

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