Astrium und Weltraumschrott: zukunftsweisende Raumfahrtanwendungen für Nachhaltigkeit im Weltraum

24 April 2013

  • Astrium hat große Erfahrungen in Weltraumstudien und Raumfahrtmissionen mit Reparatur- und Wartungsarbeiten in der Erdumlaufbahn dieses Know-how kann bei künftigen Missionen zur aktiven Beseitigung von Weltraumschrott genutzt werden.
  • Zudem ist Astrium an der Weltraumlageerfassung der ESA sowie an dem EU-Rahmenprogramm FP7 beteiligt, das die Widerstandsfähigkeit von Raumfahrzeugen untersucht.
  • Astrium wird mehrere innovative Konzepte auf der sechsten ESA-Konferenz zum Thema Weltraumschrott präsentieren, die vom 22. bis 25. April in Darmstadt stattfindet.
  • Bildmaterial für Medien zu den wichtigsten, von Astrium angebotenen Lösungen ist verfügbar unter www.astrium.eads.net/en/press_centre/broadcast-room.html

Astrium, Europas führendes Raumfahrtunternehmen, setzt sich für die Entwicklung geeigneter Technologien zur Vermeidung und Beseitigung von Weltraumschrott ein, um Kunden in diese Bereich zu unterstützen und den Weg für Nachhaltigkeit im Weltraum zu ebnen.

Als Hauptauftragnehmer für die Trägerrakete Ariane 5, das unbemannte Versorgungsfahrzeug ATV (Automated Transfer Vehicle) und zahlreiche Forschungs-, Telekommunikations- und Erdbeobachtungssatelliten sowie Weltraumroboter stellt Astrium seine Expertise, seine Einrichtungen und seine Kompetenzen bei der Suche nach globalen Lösungen und den dazu erforderlichen Technologien zur Verfügung.

Mit Investitionen in den unternehmenseigene Forschung und Technologie und einer Beteiligung an Programmen von Weltraumorganisationen bzw. der EU leistet Astrium einen Beitrag in vier wichtigen Bereichen:
•Widerstandsfähigkeit und Schadensminderung: Anpassung der Konstruktion von Raumfahrzeugen zur Verringerung ihrer Anfälligkeit gegen Weltraumtrümmer (<10 cm) und Bereitstellung von PDM-Techniken (Post Mission Disposal) für Trägerraketen, Oberstufen und Satelliten.

Die Widerstandsfähigkeit von Raumfahrzeugen wird bei der Konstruktion durch Abschirmlösungen erhöht. Darüber hinaus arbeitet Astrium an neuen Konstruktionsregeln und Standards.

Die Trägerrakete Ariane 5 ME kann mit einem PMD-System ausgerüstet werden, das auch für Satelliten, wie z. B. Spot 6 und 7 verfügbar ist.
•Orbit-Aktivitäten: Entwicklung und Fertigstellung von Konzepten für die sichere, aktive Beseitigung von Schrott aus dem Weltraum (größere Trümmerteile) und vom Boden (kleinere Trümmerteile).

Entwicklung grundlegender Technologien mit einer nachdrücklichen Unterstützung durch unsere Kunden (Weltraumorganisationen und EU). Dies wird in Zukunft weitere Entwicklungen und ein verstärktes Engagement erfordern.
•Weltraumlageerfassung (Space Situational Awareness - SSA): Beteiligung an verschiedenen nationalen und europäischen Projekten zur Entwicklung von Lösungen für die Überwachung der verschiedenen Umlaufbahnen, des Weltraumwetters sowie erdnaher Objekte (Near-Earth object; NEO).

Im Fall der Einrichtung eines paneuropäischen Systems wird Astrium seine Expertise einbringen.
•Verkehrsmanagement im Weltraum: Entwicklung von Werkzeugen und Schulungen zur Unterstützung von Kollisionsausweichmanövern für kommerzielle und institutionelle Akteure.

 

Astrium führt mehrere Studien im Auftrag verschiedener Weltraumorganisationen:
•DEOS: Astrium ist der Hauptauftragnehmer für die Definitionsphase des DEOS-Projektes (Deutsche Orbitale Servicing Mission). Mit DEOS sollen zum ersten Mal die Technologien zur kontrollierten Entsorgung eines defekten Satelliten im Weltall demonstriert werden. Zusätzlich wird DEOS Wartungsaufgaben zur Verlängerung der Lebensdauer von Satelliten demonstrieren, insbesondere ein Betankungsexperiment. DEOS besteht aus zwei Satelliten, einem so genannten „Client“ und einem „Servicer“. Der Client stellt den zu wartenden bzw. zu entsorgenden Satelliten dar. Der Servicer führt die Aufgaben am Client durch. Die beiden Satelliten werden gemeinsam auf einer Rakete gestartet und auf eine Umlaufbahn von 550 Kilometern Höhe gebracht. Nach heutiger Planung soll DEOS im Jahr 2018 starten.

Die Erprobung der Entsorgung und Wartung anhand eines eigens dafür gestarteten Clients und nicht etwa an einem Altsatelliten hat den Vorteil, dass mit dem Client verschiedenste Defekte simulieren werden können. So wird die DEOS-Mission die ganze Bandbreite der Wartungs- und Entsorgungsaufgaben bis hin zum Einfangen eines unkontrolliert taumelnden Satelliten demonstrieren. Die Experimente sollen mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad durchgeführt werden.

DEOS wird vom Raumfahrt-Management des DLR mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) durchgeführt.
•Astrium ist Hauptauftragnehmer für für die vorläufige Studie für das OTV-Projekt (Orbit-Transferfahrzeug) der französischen Raumfahrtforschungszentrums CNES. Die zentrale Aufgabe besteht in der Beurteilung verschiedener Lösungen und der Ausarbeitung eines Prozesses (Planung, Strategieplan, Kostenordnung usw.) für das Einsammeln und Zerstören von Weltraumschrott.


•Bei dem vorläufigen Programm zur Weltraumlageerfassung (Space Situational Awareness - SSA) leitet Astrium einige Studien und nimmt an weiteren teil. Dies gilt insbesondere für die Architekturphase 0 (CO II), in der das Design eines paneuropäischen Systems sowie Weltraumwetterdienste und zukünftige Missionen (SN I und SN II) ausgearbeitet werden sollen.

 

EU-Forschungsrahmenprogramme (FP 7):
•ReVus: Verringerung der Anfälligkeit von Raumfahrzeugen gegen Weltraumtrümmer und Entwicklung von Lösungen zur Erhöhung ihrer Widerstandsfähigkeit.
•CleanSpace: Vorbereitung der Entwicklung eines laserbasierten Systems zur Beseitigung von Weltraumschrott.

Astrium hat darüber hinaus mehrere innovative Konzepte mit unternehmenseigenen Mitteln und wichtige Technologien zur Unterstützung von Missionen zur Entsorgung von Weltraumschrott entwickelt.
••Netz zum Einfangen von Weltraumschrott: Einzelne Schrottteile werden sicher mit einem speziell entwickelten Netz eingefangen, das zuvor ausführlich in einem Zero-G-Flugzeug getestet wurde.
•Harpunen zum Einsammeln von Weltraumschrott: Sicheres Einsammeln von Trümmern mit einer Harpune, die bereits mehrfach am Boden vorgeführt wurde und keine neuen Trümmer verursacht.
•Ein System zum passiven Entfernen von Weltraumschrott aus der Umlaufbahn mithilfe hauchdünner Gewebestrukturen für eine verbesserte Schleppkraft und bei Bedarf aufspannbaren Segeln.
•Visionsbasierte Navigationstechniken für sichere Annäherungs- und Rendezvous-Manöver sowie das Einfangen nichtkooperativer Trümmerteile

 


Über Astrium

Together, pioneering excellence

Astrium ist das führende europäische Unternehmen für Weltraumsysteme und -technik und die Nummer drei weltweit. Als einziges Unternehmen auf der Welt deckt Astrium die gesamte Palette von zivilen und militärischen Raumfahrtsystemen, Ausrüstungen und Dienstleistungen ab.

Im Jahr 2012 erreichte Astrium einen Umsatz von mehr als 5,8 Mrd. € und beschäftigte weltweit 18.000 Mitarbeiter.

Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: Astrium Space Transportation, der europäische Hauptauftragnehmer für Trägerraketen, orbitale Systeme und Weltraumexploration; Astrium Satellites, ein führender Anbieter von satellitenbasierten Systemlösungen einschließlich Satelliten, Bodensegmenten, Nutzlasten und Ausrüstungen; Astrium Services, der Partner für Weltraumdienstleistungen, liefert umfassende stationäre und mobile Lösungen für sichere und kommerzielle Satellitenkommunikation und Netzwerke sowie maßgeschneiderte Produkte und Services im Bereich Geo-Informationsdienste weltweit.

Astrium ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von EADS, einem weltweit führenden Unternehmen der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen mit einem Umsatz von 56,5 Mrd. € im Jahr 2012 und mehr als 140.000 Mitarbeitern. Zu EADS gehören die Divisionen Airbus, Astrium, Cassidian und Eurocopter.
 

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