Astrium liefert meteorologisches Hochleistungs-Instrument SEVIRI für MSG-3

02 Juli 2012

  • Hochauflösendes SEVIRI-Radiometer von Astrium ist das Schlüssel-Instrument des europäischen geostationären Wettersatellitensystems MSG, das von Thales Alenia Space gebaut wurde
  • SEVIRI erstellt Wetterkarten für die Wettervorhersage von Meteorologen auf der ganzen Welt
  • Astrium ist außerdem Hauptauftragnehmer für die Trägerrakete Ariane 5, die MSG3/SEVIRI im Orbit absetzen wird

MSG-3, der dritte und jüngste europäische, geostationäre Wettersatellit aus der Reihe „Meteosat Second Generation“ (MSG), wird in den kommenden Tagen von einer Trägerrakete des Typs Ariane 5 im Orbit abgesetzt werden. An Bord des Satelliten, der nach seiner Inbetriebnahme in Meteosat 10 umbenannt wird, befindet sich das von Astrium, Europas führendem Unternehmen für Weltraumtechnologien, entwickelte und gebaute hochauflösende Radiometer SEVIRI (Spinning Enhanced Visible and Infrared Imager).

Der vom Hauptauftragnehmer Thales Alenia Space gebaute Satellit MSG-3 ist der jüngste Wettersatellit, der im geostationären Orbit 36.000 Kilometer über der Erde abgesetzt wird und EUMETSAT die Möglichkeit bietet, den MSG-Dienst für mindestens weitere zehn Jahre zu gewährleisten. Von der geostationären Position aus hat der Satellit ein Drittel der Erde im Blick. So kann er meteorologische Vorgänge über Tausende von Kilometern verfolgen und einige Tage im Voraus Wetterwarnungen herausgeben. Die gesammelten Daten werden von Meteorologen weltweit für Wettervorhersagen über einen Zeitraum von mindestens fünf Tagen genutzt und täglich von den Fernsehsendern auf der ganzen Welt in Form von Satellitenwetterkarten ausgestrahlt.

Zur Erstellung der Karten und präziser Wettervorhersagen ist jeder Meteosat mit einem abbildenden Radiometer als Hauptinstrument und Kernstück ausgestattet. Das von Astrium entwickelte und gebaute Radiometer beobachtet meteorologische Vorgänge im sichtbaren und Infrarot-Bereich über einem Drittel der Erdoberfläche. Das Beobachtungsgebiet von MSG-3 reicht zum Beispiel ungefähr vom Nord- zum Südpol und von Chile bis Indien. An Bord befindet sich das dritte SEVIRI und zehnte Radiometer, das Astrium für die Meteosat-Konstellation entworfen und gebaut hat. Die ersten Exemplare waren bis zu 19 Jahre im Weltraum in Betrieb. Seit dem ersten Einsatz von SEVIRI im Jahr 2004 hat sich dieses Modell weltweit als Referenz für das Design von Radiometern der nächsten Generation etabliert. SEVIRI ist das derzeit leistungsfähigste Wetterinstrument im geostationären Orbit.

SEVIRI verkörpert entscheidende Fortschritte gegenüber Meteosat-Radiometern der ersten Generation. Die Beobachtungskapazitäten wurden von vormals drei auf nun zwölf Spektralkanäle erweitert. Der Auflösungsfaktor ist dreimal so hoch wie der früherer Radiometer (bis zu einem Kilometer), wodurch das Instrument lokale Wettervorgänge genau zum gewünschten Zeitpunkt am gewünschten Ort ins Visier nehmen kann. Außerdem ist SEVIRI in der Lage, das gesamte Beobachtungsgebiet in nur 15 Minuten, statt früher 30 Minuten, zu scannen.

Mit dem fortschrittlichen Instrument trägt der Wettersatellit MSG durch genauere und in kürzeren Abständen erfasste Daten wesentlich zur Sicherheit auf unserem Planeten bei: Hurrikan-Warnungen können früher ausgegeben und Unwetter besser erkannt werden, was vor allem für den Flugverkehr nützlich ist. Diese Wettersatellitengeneration erkennt sehr kleine Tiefdruckgebiete mit hohem Sturmpotenzial und verkürzt so die Reaktionszeit der Katastrophenhilfsorganisationen.

Das MSG-Programm umfasst ein vollständiges System mit einem Bodensegment und vier Satelliten. Der erste wurde im August 2002 gestartet und nach Inbetriebnahme in Meteosat 8 umgetauft. Der zweite, Meteosat 9, folgte im Dezember 2005. Astrium ist Schlüsselpartner für die wichtigsten Programmkomponenten. Neben dem SEVIRI-Radiometer liefert Astrium kritische Systemteile für MSG-3, wie Stromversorgung, Lage- und Bahnregelungssystem sowie das Satellitenantriebssystem, und entwickelte das von EUMETSAT verwendete zentrale Bildverarbeitungstool.

MSG-Satelliten arbeiten Hand in Hand mit erdnahen Wettersatelliten wie der ebenfalls von Astrium gebauten europäischen MetOp-Konstellation. Die von den geostationären Satelliten gesammelten Daten haben den Vorteil, dass sie einen guten Überblick verschaffen und jederzeit verfügbar sind, weshalb sie eine gute Arbeitsgrundlage für Wettervorhersagen liefern. Diese Grundlage wird später durch die Daten der von den erdnahen Satelliten extrem genau untersuchten Erdoberfläche verfeinert.

Das MSG-Satellitensystem ist ein gemeinsames Projekt der Europäischen Weltraumorganisation ESA und des europäischen Wettersatellitenbetreibers EUMETSAT. Es soll die seit 1977 in Betrieb befindliche Wettersatelliten-Konstellation der ersten Generation ablösen und die nahtlose Fortsetzung der äußerst zuverlässigen Wetterbilddienste gewährleisten. Das erste Meteosat-Programm begann vor 40 Jahren. Seit Astrium die führende Rolle übernommen hat, hat das Unternehmen durchgehend eine zentrale Rolle mit Thales Alenia Spaceim Programm.

Darüber hinaus ist Astrium Hauptauftragnehmer für die Trägerrakete Ariane 5, Europas zuverlässiges Arbeitspferd für eine große Bandbreite von Schwertransporten in den Weltraum. Die bekannte ECA-Version der Ariane 5 wird zwei Satelliten in einem geostationären Orbit (GTO) auf einer Zielhöhe von 35.786 km bei einer Geschwindigkeit von 9.857 m/s (Inertialgeschwindigkeit) absetzen: den Telekommunikationssatelliten EchoStar XVII und den Wettersatelliten MSG-3. Dies wird der 63. Flug der Trägerrakete Ariane 5 sein.

Über Astrium

Astrium ist das führende europäische Unternehmen für Weltraumsystem und Technik und die Nummer drei weltweit. Im Jahr 2011 erreichte Astrium einen Umsatz von knapp 5 Milliarden Euro und beschäftigte weltweit 18.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat seine Hauptstandorten in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden.

Als einziges Unternehmen in Europa deckt Astrium die gesamte Palette von zivilen und militärischen Raumfahrtsystemen und Dienstleistungen ab.

Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche. Astrium Space Transportation für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Astrium Satellites für Satelliten und Bodensegmente sowie Astrium Services für umfassende stationäre und mobile End-to-End-Lösungen für bei Sicherheits- und kommerzieller Satellitenkommunikation und Netzwerken, Equipment und Systeme für Hochsicherheits- und kommerzielle Satellitenkommunikation sowie maßgeschneiderte weltweite Produkte und Dienstleistungen für Geo-Informationen.

Astrium ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der EADS, ein weltweit führendes Unternehmen des Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen mit einem Umsatz von € 49,1Mrd. im Jahr 2011 und mehr als 133.000 Mitarbeitern. Zu EADS gehören die Divisionen Airbus, Astrium Cassidian und Eurocopter.

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