Auf Grundlage einer aktuellen Bewertung hat die Airbus Group (ehemals EADS) einer Aktualisierung der Insiderhandelsbestimmungen der Airbus Group zugestimmt (früher als EADS-Insiderhandelsbestimmungen bezeichnet), um die Einhaltung höchster Corporate-Governance-Standards zu gewährleisten.

Aus diesem Anlass möchte ich die Gelegenheit ergreifen, Ihnen den Zusammenhang und den Hintergrund dieser Bestimmungen sowie ihren Zweck und ihre Anwendung näherzubringen. Besonderes Augenmerk gilt hier der strikten Einhaltung der Insiderhandelsbestimmungen der Airbus Group.

Was sind Insiderhandelsbestimmungen?
Die niederländische Autoriteit Financiële Markten („AFM“) sowie weitere Börsenaufsichtsbehörden – die französische Autorité des marchés financiers („AMF“), die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) und die spanische Comisión Nacional del Mercado de Valores („CNMV“) – regulieren die Märkte, auf denen Wertpapiere der Airbus Group zum Handel zugelassen sind. Diese Behörden formulieren bestimmte für die Airbus Group geltende Vorschriften, deren Einhaltung der Konzern auf interner Ebene sicherstellen muss.

Diese Vorschriften sollen gewährleisten, dass Wertpapiere zu ihrem tatsächlichen Marktwert gehandelt werden. Dieser Marktwert basiert unter anderem darauf, dass relevante Informationen transparent und allen Wertpapierinhabern zugänglich sind. Wenn einzelne Wertpapierinhaber über Insiderinformationen verfügen, beeinflussen diese ihre Handelsstrategie zu Ungunsten des Markts.

Es ist daher zwingend notwendig, jeglichen Insiderhandel zu unterbinden. Dies bedeutet, dass niemand, der bezüglich einer Firma über Insiderwissen verfügt, Aktien oder andere Wertpapiere dieser Firma kaufen oder verkaufen darf. Darüber hinaus muss sichergestellt sein, dass keine Insiderinformationen an Dritte weitergegeben werden, denn dies würde es diesen ermöglichen, die preisgegebenen Informationen als Entscheidungsgrundlage für den Kauf oder Verkauf von Aktien oder anderen Wertpapieren der betreffenden Firma zu verwenden.

Was sind Insiderinformationen?
Insiderinformationen sind Informationen, die nicht öffentlich bekannt sind und die ein vernünftig handelnder Investor bei der Entscheidung, Aktien oder andere Wertpapiere zu kaufen oder zu verkaufen, aller Wahrscheinlichkeit nach als wichtig erachten würde. Dazu gehören alle vertraulichen Informationen technischer, wirtschaftlicher, finanzieller oder anderweitiger Natur, die Einfluss auf den Kurs von Wertpapieren der Airbus Group oder Wertpapieren jeder anderen Firma, mit der ein Mitglied der Airbus Group Geschäftsbeziehungen unterhält, haben könnten. Hierzu gehören auch z. B. Kunden oder Zulieferer. Insiderinformationen könnten beispielsweise vertrauliche Informationen über eine bevorstehende Fusion oder Übernahme sein, aber auch die Vergabe oder Beendigung eines bedeutenden Vertrags, ein größeres Gerichtsverfahren, ein entscheidender technologischer Durchbruch oder Fehlschlag, die Anwerbung bzw. der Verlust eines wichtigen Kunden oder Zulieferers oder das Eintreten einer Insolvenz sind als solche zu betrachten.

Insiderhandelsbestimmungen von Airbus Group
Die Airbus Group ermutigt ihre Mitarbeitern dazu, Wertpapiere der Airbus Group zu halten. Die diesbezügliche Richtlinie besagt, dass die Mitarbeiter alle Wertpapiere der Airbus Group frei handeln können, solange dies in Übereinstimmung mit den entsprechenden Gesetzen und der Richtlinie der Airbus Group geschieht. Letztere ist in den Insiderhandelsbestimmungen der Airbus Group festgelegt.

Innerhalb der Airbus Group haben Mitglieder des Managements sowie bestimmte andere Mitarbeiter Zugang zu Insiderinformationen, die sich auf die Airbus Group selbst oder auf andere Firmen beziehen. Um den von den entsprechenden Behörden herausgegebenen Vorschriften nachzukommen, ist es diesen Personen nur in bestimmten Zeiträumen erlaubt, direkt oder indirekt Wertpapiergeschäfte durchzuführen. In diesen Zeiträumen ist es den betreffenden Personen nur dann erlaubt, mit Wertpapieren zu handeln, wenn sie über keine Insiderinformationen verfügen. Generell ist also jedem Mitarbeiter, der über Insiderinformationen verfügt, der Handel mit Wertpapieren verboten. Allen Geschäftsführern und Mitarbeitern ist es ebenfalls untersagt, Insiderinformationen an Dritte (einschließlich Freunde und Familienangehörige) weiterzugeben. Jegliche Zuwiderhandlung gegen diese rechtlichen Pflichten kann dazu führen, dass der betreffende Geschäftsführer oder Angestellte der Airbus Group oder die Person, an die Insiderinformationen weitergegeben wurden, straf- oder zivilrechtlich belangt wird. Dabei sind sowohl Geld- als auch Freiheitsstrafen vorgesehen.

Darüber hinaus muss gemäß den Insiderhandelsbestimmungen der Airbus Group der ITR Compliance Officer über alle Transaktionen mit Airbus Group-Wertpapieren seitens des Managements und bestimmter Mitarbeiter der Airbus Group informiert werden. Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie möglicherweise in eine dieser Kategorien fallen, weil Sie Zugang zu Insiderinformationen haben, sollten Sie die Airbus Group-Insiderhandelsbestimmungen lesen und überprüfen, ob diese Vorschrift auf Sie zutrifft.

Die Einteilung in die vier Personenkategorien – der so genannte „Kreis der betroffenen Personen“, die beim Kauf oder Verkauf von Airbus Group-Aktien einem bestimmten Prozedere folgen müssen –, ist im Folgenden aufgeführt. Daraus ist ersichtlich, dass bestimmte Personen nur in genau festgelegten Zeiträumen (Beachtung der „Sperrfristen“) mit Airbus Group-Aktien handeln dürfen und speziellen Verpflichtungen in Bezug auf die Unterrichtung des ITR Compliance Officers unterliegen:

Kategorien  Entsprechendes Prozedere

Betroffene Personen nach Kategorie 1:
• Mitglieder des Board of Directors und des Executive Committee der Airbus Group sowie alle Personen, die in enger Beziehung zu ihnen stehen (Verwandte, die am Tag der Transaktion im selben Haushalt lebten und alle juristischen Personen, Firmen und Organisationen, die von dem betreffenden Mitglied kontrolliert werden).
• Alle anderen Personen, die vom ITR Compliance Officer der Airbus Group als zu dieser Gruppe gehörig identifiziert wurden.

• Dürfen lediglich während der 21 Kalendertage ab dem ersten Kalendertag nach zwei (2) Handelstagen im Anschluss an das und einschließlich des Datums, an dem die Quartals-, Halbjahres- oder Jahresergebnisse der Airbus Group bekannt gegeben wurden, Wertpapiere der Airbus Group kaufen oder verkaufen.
• Dürfen nicht mit Wertpapieren handeln, die größere Zulieferer oder wichtige Kunden der Airbus Group betreffen.
• Unterliegen bestimmten Verpflichtungen zur Unterrichtung der Börsenaufsichtsbehörden.
• Sollten sich vor jedem Handelsgeschäft mit dem ITR Compliance Officer der Airbus Group in Verbindung setzen.
Betroffene Personen nach Kategorie 2:
• Vice Presidents der Airbus Group (Band 1) sowie alle Personen, die in enger Beziehung zu ihnen stehen.
• Senior Vice Presidents (Band 2) in den Airbus Group Headquarters sowie alle Personen, die in enger Beziehung zu ihnen stehen.
• Mitglieder des Shareholder Committee und des Executive Committee von Airbus sowie alle Personen, die in enger Beziehung zu ihnen stehen.
• Alle anderen Personen, die vom ITR Compliance Officer der Airbus Group als zu dieser Gruppe gehörig identifiziert wurden.
• Dürfen lediglich während der 21 Tage ab dem ersten Kalendertag nach zwei (2) Handelstagen im Anschluss an das und einschließlich des Datums, an dem die Quartals-, Halbjahres- oder Jahresergebnisse der Airbus Group bekannt gegeben wurden, Wertpapiere der Airbus Group kaufen oder verkaufen.
• Sollten sich vor jedem Handelsgeschäft mit dem ITR Compliance Officer der Airbus Group in Verbindung setzen.
Betroffene Personen nach Kategorie 3:
• Mitarbeiter, die im Rahmen langfristiger Incentive-Programme (wie Aktienoptionsprogramme und „Performance and Restricted Shares”-Programme) Wertpapiere erhalten.
• Alle anderen Personen, die vom ITR Compliance Officer der Airbus Group als zu dieser Gruppe gehörig identifiziert wurden.
• Dürfen ganzjährig Handelsgeschäfte betreiben; davon ausgenommen ist jeweils der Zeitraum ab dem ersten Kalendertag nach Abschluss des jeweiligen Geschäftsquartals bis zwei (2) Handelstage nach dem und einschließlich des Datums, an dem die betreffenden Quartals-, Halbjahres- bzw. Jahresergebnisse der Airbus Group bekannt gegeben wurden.

 

Die oben aufgeführten Einschränkungen beziehen sich auch auf von anderen Firmen herausgegebene und börsennotierte Wertpapiere, einschließlich von Kunden und Zulieferern der Airbus Group, wenn der betreffende Mitarbeiter oder Geschäftsführer der Airbus Group über Insiderinformationen über diese Firma verfügt.

Die Airbus Group möchte Sie deshalb darum bitten, die Insiderhandelsbestimmungen aufmerksam zu lesen, um sich mit ihrem Inhalt und den gegebenenfalls für Sie geltenden Einschränkungen vertraut zu machen. Sollten Sie Fragen haben, kontaktieren Sie bitte umgehend das ITR Compliance Office der Airbus Group per E-Mail unter der folgenden Adresse: itr-compliance-officer@eads.net.


Harald Wilhelm
Airbus Group ITR Compliance Officer

 

Zusätzliche Informationen zum „Programmed Trading Mandate“

In Übereinstimmung mit der am 08.07.2013 aktualisierten AMF-Empfehlung Nr. 2010-07 mit dem Titel „Guide to preventing insider misconduct by executives of listed companies“ (http://www.amf-france.org) haben einige Führungskräfte der Airbus Group die Initiative zur Einrichtung eines speziellen „AMF Programmed Trading Mandate“ zur Verwaltung ihrer Aktienoptionen ergriffen.

Die im Rahmen dieser Mandate erteilten Handelsanweisungen beziehen sich ausschließlich auf den Verkauf.

Kopien der einzelnen Mandate wurde an die AMF übermittelt.

Name Vorname "Programmed Trading Mandate" unterzeichnet am
ENDERS THOMAS 17.06.2013
WILHELM HARALD 18.06.2013
KLEINSCHMIDT PETER 17.06.2013
CHAMPION CHARLES 12.06.2013
MARTINEZ LAURENT 12.06.2013
HONOLD GERLINDE 18.06.2013
COLLOC’H CORINNE 01.08.2013
JOHN DIETER 31.07.2013
CHARMEAU

ALAIN

20.11.2013
MONTOYA PEDRO 28.11.2013
MARTINEZ LAURENT 28.02.2014
JOHN DIETER 02.03.2014
BARIL THIERRY 03.03.2014
LEAHY JOHN 17.03.2014

 

Im zweiten Quartal 2013 wurde ein von einer Privatbank eingerichteter „Blind Trust“ mit der Ausübung der Aktienoptionen mehrerer Führungskräfte des Konzerns beauftragt.

Diese Aktionenoptionen waren im Rahmen des Aktienoptionsprogramms des Konzerns für 2003–2006 (über das früher eine aktienbasierte Vergütung erfolgte) gewährt worden. Einige Optionen näherten sich dem Ende ihrer zehnjährigen Laufzeit und sollten im Oktober dieses Jahres ablaufen.

Das Unternehmen richtete entsprechend der AMF-Empfehlung Nr. 2010-7 (November 2010) den „Blind Trust“ ein, dem Führungskräfte die Ausübung ihrer Optionen anvertrauen können, ohne selber Einfluss auf die Handelsentscheidungen nehmen zu können.

Bislang nutzen zwölf Führungskräfte dieses Best-Practice-Instrument. Dabei wird durch die Unabhängigkeit des Trusts ihre Integrität geschützt und die Einhaltung einschlägiger Marktbestimmungen garantiert.

Der Vorstand des Unternehmens hatte die Einrichtung eines „Blind Trusts“ empfohlen, zu dem sich die Führungskräfte nach der Aktionärshauptversammlung des Konzerns Ende Mai 2013 während eines Zeitraums des offenen Handels nach der Bekanntgabe der Finanzergebnisse angemeldet haben.

Eine Führungskraft kann nur mit der Bank über die Dauer des Mandats und bestimmte Einschränkungen in Bezug auf den Aktienhandel durch die Bank übereinkommen. Die Transaktionen selbst jedoch werden nach einem Mindestzeitpuffer von drei Monaten von der Bank abgewickelt, ohne dass der Einzelne Informationen darüber erhält oder Einfluss ausüben kann.

Die Aktienoptionen, die kürzlich von der Bank ausgeübt wurden, gehen auf die frühere Form des langfristigen Incentive-Programms des Unternehmens zurück. Diese Aktienoptionsprogramme waren bis 2006 Bestandteil des regulären Führungskräftepakets.

2007 gab das Unternehmen die Aktienoptionsprogramme auf. Das Remuneration and Nomination Committee des Vorstands hatte damals eine Überarbeitung des Incentive-Programms zur Bindung von Führungskräften an den Konzern eingeleitet.

Heute erhalten Führungskräfte und andere Angestellte der Airbus Group im Rahmen des langfristigen Incentive-Programms leistungsbezogene und verbleibsabhängige Einheiten. Dieses Programm ist an die langfristige Geschäftsentwicklung des Unternehmens und die damit einhergehende Entwicklung des Aktienkurses gekoppelt.

Ziel des langfristigen Incentive-Programms ist es, Potenzialträger bzw. besonders wertvolle Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden und ihnen eine attraktive Vergütung anzubieten, die mit den Interessen der Anteilseigner im Einklang steht.

Der Anspruch entsteht dreieinhalb bis fünf Jahre nach Ausgabe der leistungsbezogenen Einheiten, und die Auszahlung ist mit dem Verbleib des Mitarbeiters im Unternehmen und der nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens verknüpft. Darüber hinaus erfolgt die Barauszahlung an den Begünstigten automatisch zu bestimmten Terminen, die nicht einzeln geändert werden können.