Auf Kurs: EADS veröffentlicht Ergebnisse für das erste Quartal 2012

Leiden16 Mai 2012

  • Umsatz wächst um 16 Prozent auf € 11,4 Mrd.
  • EBIT* vor Einmaleffekten klettert um 109 Prozent auf € 480 Mio.
  • Konzernergebnis* vor Einmaleffekten(4) erhöht sich um 156 Prozent auf € 259 Mio.
  • Free Cash Flow sinkt auf € -1,2 Mrd. aufgrund zurückgestellter Auslieferungen und dem anhaltenden Produktionshochlauf
  • Airbus definiert dauerhafte Lösung für Verbindungsklammern
    der A380-Flügelhaut mit der inneren Flügelstruktur und verbucht
    eine damit verbundene Einmalaufwendung von € 158 Mio. im
    ersten Quartal
  • EADS schließt im ersten Quartal neue Kurssicherungen im Wert
    von nahezu $ 10 Mrd. ab
  • Prognose für Gewinn je Aktie* vor Einmaleffekten(4) steigt auf
    über € 1,85
     

Vor allem dank der anhaltend starken Wachstums-dynamik im zivilen Geschäft startete EADS Börsenkürzel: EAD) gut in das Jahr 2012 und verzeichnete im ersten Quartal 2012 eine solide Finanz- und Ertragslage. Die Lage auf den westlichen Verteidigungsmärkten bleibt erwartungsgemäß angespannt. Die Impulse im Regierungs- und institutionellen Geschäft von EADS waren im ersten Quartal jedoch vielversprechend. In den ersten drei Monaten belief sich der Auftrags-eingang(5) auf € 12,0 Mrd. Ende März lag der Auftragsbestand(5) von EADS bei € 526,2 Mrd. Der Konzern erwirtschaftete einen Umsatz von € 11,4 Mrd. Das EBIT* vor Einmaleffekten von rund € 0,5 Mrd. profitierte von guten Ergebnissen bei Airbus, Eurocopter und Astrium; die Cassidian-Ergebnisse blieben stabil. Das berichtete EBIT* belief sich auf € 0,3 Mrd. Die Nettoliquidität lag bei € 10,7 Mrd. und blieb somit weiterhin auf einem robusten Niveau.

„Die Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen und zivilen Helikoptern ist weiterhin gut. Unser institutionelles Geschäft entwickelte sich verhältnismäßig gut, trotz des Drucks auf die europäischen Verteidigungshaushalte und des unsicheren gesamtwirtschaftlichen Umfelds. Unser Umsatz und EBIT* vor Einmaleffekten übertrafen im ersten Quartal daher die Erwartungen. Dies bestätigt nachhaltig unsere Erfolgsziele für das Gesamtjahr 2012. Zudem hat das Airbus-Team bei der A380 eine dauerhafte Lösung für die Verbindungsklammern zwischen der Flügelhaut und der inneren Flügel-struktur gefunden“, sagte EADS-CEO Louis Gallois. „Während wir uns im Übergang zu einem neuen Führungsteam befinden, legt das Management weiterhin hohes Augenmerk auf die Schlüsselprogramme – insbesondere die A380, die A350 sowie die A400M, die sich ihrer Indienststellung nähert. Zudem legen wir weiterhin unseren Fokus darauf, die Diskussionen um die Zukunft der Regierungsprogramme zu einem zufriedenstellenden Abschluss zu bringen.“

In den ersten drei Monaten dieses Jahres stieg der Umsatz von EADS um 16 Prozent auf € 11,4 Mrd. (Q1 2011: € 9,9 Mrd.) mit günstigeren Phaseneffekten als im Vorjahresquartal. Das Umsatzwachstum wurde vor allem durch höhere Aktivitäten in allen Divisionen angekurbelt. Der Umsatz im Verteidigungsgeschäft wuchs um 18 Prozent. Die Auslieferungszahlen blieben auf hohem Niveau, mit 131 Flugzeugen bei Airbus Commercial, 72 Hubschraubern bei Eurocopter und dem 47. erfolgreichen Start einer Ariane-5-Rakete in Folge.

Das EBIT* vor Einmaleffekten – die Kennzahl zur Erfassung der operativen Gewinnspanne ohne Berücksichtigung einmaliger Effekte aus Rückstellungs-veränderungen oder Währungsschwankungen – betrug rund € 480 Mio. für EADS (Q1 2011: rund € 230 Mio.) sowie rund € 320 Mio. für Airbus (Q1 2011: rund € 160 Mio.). Verglichen mit dem ersten Quartal 2011 wurde die Steigerung des EBIT* vor Einmaleffekten durch die Profitabilität in den Airbus-Serienprogrammen in Verbindung mit den Verbesserungen im A380-Programm vorangetrieben – trotz gestiegener Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie der Verschlechterung fällig gewordener Kurssicherungen. Außerdem trugen günstige Mix- und Preis-Effekte bei Eurocopter sowie die Einbeziehung von Vizada bei Astrium zur Steigerung des Konzern-EBIT* vor Einmaleffekten bei. Zudem stieg auch das EBIT* vor Einmaleffekten der Zentrale aufgrund positiver Eliminierungs-effekte auf Konzernstufe sowie gestiegener Zuweisungen von Verwaltungs-aufwendungen an die Divisionen.

Im ersten Quartal schloss EADS zum Durchschnittskurs von € 1 = $ 1,32 insgesamt Kursicherungen im Wert von nahezu $ 10 Mrd. ab; dies erhöht die Stabilität der künftigen Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Ende März belief sich das gesamte Sicherungs-Portfolio von EADS auf $ 80,3 Mrd. Das berichtete EBIT* von EADS stieg auf € 343 Mio. (Q1 2011: € 192 Mio.), aufgrund des höheren EBIT* vor Einmaleffekten. In diesem Quartal wirkten sich die Währungsdifferenz von Dollar-Zu- und Abflüssen zu unterschiedlichen Zeitpunkten sowie bilanzielle Neubewertungen mit rund € 20 Mio. positiv auf das EBIT* aus. Die technische Lösung für die Verbindungsklammern zwischen Flügelhaut und innerer Flügelstruktur bei der A380 wurde definiert; die entsprechende Nachrüstung ist mit Kosten-belastungen verbunden; die zusätzliche Einmalaufwendung des Konzerns beläuft sich auf € 158 Mio., um die Reparaturkosten für die 71 bis Ende März ausgelieferten Maschinen abzudecken.

Das Konzernergebnis stieg auf € 133 Mio. (Q1 2011: € -12 Mio.). Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von € 0,16 (Q1 2011: € -0,01). Das Konzernergebnis vor Einmaleffekten(4) erhöhte sich auf € 259 Mio. (Q1 2011: € 101 Mio.). Der Anstieg dieser beiden Größen basiert hauptsächlich auf Verbesserungen im operativen Geschäft, die sich im EBIT* widerspiegeln, das wiederum in das Konzernergebnis einfließt. Das Finanzergebnis lag bei € -143 Mio. (Q1 2011: € -197 Mio.). Das Zinsergebnis von € -73 Mio. (Q1 2011: € -47 Mio.) verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahr, vor allem aufgrund gesunkener Zinserträge durch das niedrigere Bruttoliquiditätsniveau sowie aufgrund niedrigerer durch-schnittlicher Zinssätze im Vergleich zur Vorjahresperiode. Das Übrige Finanzergebnis verbesserte sich indes um € 80 Mio. auf € -70 Mio. (Q1 2011: € -150 Mio.). Wesentliche Faktoren hierfür sind Effekte aus der Neu-bewertung der von EADS gehaltenen Fremdwährungsoptionen sowie die Verringerung der Belastungen aus der Neubewertung der EADS-Cash-Bestände in US-Dollar und britischen Pfund im Vergleich zum Vorjahres-zeitraum. Der US-Dollar-Stichtagskurs verschlechterte sich im ersten Quartal 2012 um 5 Cent von € 1 = $ 1,29 Ende Dezember 2011 auf € 1 = $ 1,34 Ende März, während er sich im Vorjahresvergleichszeitraum um 8 Cent verschlechtert hatte.

Die Aufwendungen für eigenfinanzierte Forschung & Entwicklung (F&E) stiegen auf € 726 Mio. (Q1 2011: € 650 Mio.), insbesondere aufgrund der A350-XWB-Entwicklung bei Airbus sowie Investitionen in das Produkt-portfolio von Eurocopter. Nach dem Start der Endmontage der A350 XWB im April wird im zweiten Quartal die Aktivierung der Entwicklungskosten gemäß IAS 38 beginnen.

Der Free Cash Flow vor Kundenfinanzierungen belief sich auf € -1.303 Mio. (Q1 2011: € 208 Mio.). Die bessere operative Leistung wird durch die Verschlechterung des Nettoumlaufvermögens beeinträchtigt. Diese resultiert hauptsächlich aus einem starken Bestandsaufbau, da der Konzern die Produktion weiter hochfährt, während die Auslieferungen später erfolgen – vor allem im A380-Programm. Dank der anhaltenden Nachfrage von Flugzeug-Leasing-Unternehmen und Banken generierten die Kundenfinanzierungen im ersten Quartal einen positiven Beitrag von € 65 Mio. Die Investitionen stiegen im Vergleich zum Vorjahr, vor allem bei Airbus und Eurocopter. Der Free Cash Flow nach Kundenfinanzierungen lag bei € -1.238 Mio. (Q1 2011: € 309 Mio.).

Die Nettoliquidität von EADS belief sich auf € 10,7 Mrd. (Jahresende 2011: € 11,7 Mrd.). Der Auftragseingang (5) des Konzerns erhöhte sich um 92 Prozent auf € 12,0 Mrd. (Q1 2011: € 6,3 Mrd.), insbesondere dank der A320neo-Bestellungen bei Airbus. Zudem beinhaltet er einen vielversprechenden Auftragseingang im Wert von € 1,8 Mrd. bei Cassidian. Ende März 2012 lag der Auftragsbestand (5) von EADS bei hohen € 526,2 Mrd. (Jahresende 2011: € 541,0 Mrd.) und stellt somit eine gute Grundlage für künftiges Wachstum dar. Der Auftragsbestand von Airbus Commercial reduzierte sich um rund € 13 Mrd. aufgrund einer Wechselkurs-induzierten Neubewertung infolge des im Vergleich zu Ende 2011 verschlechterten US-Dollar-Stichtagskurses. Der Auftragsbestand im Verteidigungsgeschäft blieb mit € 51,9 Mrd. (Jahresende 2011: € 52,8 Mrd.) stabil. Ende März 2012 beschäftigte EADS 134.614 Mitarbeiter (Jahresende 2011: 133.115).

Ausblick
Abgesehen vom Gewinn je Aktie* vor Einmaleffekten(4) bestätigt EADS seine Prognose vom März 2012 basierend auf der Annahme eines Stichtagskurses zum Jahresende von € 1 = $ 1,35.

Im Jahr 2012 wird Airbus voraussichtlich rund 570 Zivilflugzeuge ausliefern, einschließlich der angestrebten Auslieferung von 30 A380. Darüber hinaus sollte die Zahl der Bruttobestellungen die der Auslieferungen übersteigen. Der Konzernumsatz sollte 2012 weiterhin um deutlich über sechs Prozent steigen. Das Konzern-EBIT* vor Einmaleffekten sollte sich deutlich verbessern – dank höherer Volumina bei Airbus und Eurocopter, besserer Preise bei Airbus sowie Optimierungen im A380-Programm. Mit steigender Zuversicht rechnet EADS für 2012 mit einem EBIT* vor Einmaleffekten von über € 2,5 Mrd. Ausgehend von den Erfolgen im ersten Quartal und einem erwarteten Steuersatz für das Gesamtjahr von knapp unter 30 Prozent rechnet der Konzern für 2012 nun mit einem Gewinn je Aktie* vor Einmaleffekten(4) von über € 1,85 (2011: € 1,39).

Die künftige Entwicklung des berichteten EBIT* sowie des Gewinns je Aktie von EADS wird davon abhängen, wie der Konzern komplexe Programme – wie A400M, A380 und A350 XWB – gemäß den Verpflichtungen gegenüber seinen Kunden managen kann. Entsprechend dieser EBIT*-Prognose und der angestrebten Auslieferungsziele erwartet EADS weiterhin einen positiven Free Cash Flow nach Kundenfinanzierungen und vor Übernahmen. Da es sich hierbei – insbesondere in Zeiten gesamtwirtschaftlicher Unsicherheit – um die volatilste Kennzahl handelt, wird EADS diese Prognose im Jahresverlauf weiter präzisieren.

EADS-Divisionen: Wachstum im zivilen Geschäft hält an, institutio-nelles und Verteidigungsgeschäft startet vielversprechend in das Jahr 2012

Der Gesamtumsatz von Airbus legte insbesondere dank verstärkter Auslieferungen um 13 Prozent auf € 7.909 Mio. (Q1 2011: € 7.013 Mio.) zu. Das konsolidierte Airbus-EBIT* stieg um 59 Prozent auf € 183 Mio. (Q1 2011: € 115 Mio.).

Der Umsatz von Airbus Commercial belief sich auf € 7.499 Mio. (Q1 2011: € 6.707 Mio.). Airbus lieferte 131 Verkehrsflugzeuge aus. Im Vergleich zum Vorjahr wirkten sich günstige Volumen- und Preiseffekte positiv auf den Umsatz von Airbus Commercial aus. Das berichtete EBIT* von Airbus Commercial betrug € 146 Mio. (Q1 2011: € 125 Mio.). Gegenüber dem Vorjahr profitierte das EBIT* vor Einmaleffekten von Airbus Commercial in Höhe von € 288 Mio. (Q1 2011: rund € 170 Mio.) von vorteilhaften Volumen- und Preiseffekten sowie von Optimierungen im A380-Programm; diese wurden teilweise durch die Verschlechterung fällig gewordener Kurs-sicherungen um rund € 50 Mio. sowie durch höhere F&E-Aufwendungen, vor allem im A350-XWB-Programm, aufgezehrt. Der Umsatz von Airbus Military in Höhe von € 425 Mio. blieb in etwa stabil auf dem Vorjahres-niveau (Q1 2011: € 434 Mio.). Das Umsatzwachstum im Tankflugzeug- und Dienstleistungsgeschäft wurde durch niedrigere Umsätze im A400M-Programm kompensiert. Das EBIT* von Airbus Military verbesserte sich auf € 11 Mio. (Q1 2011: € 1 Mio.), insbesondere durch positive Phaseneffekte bei den F&E-Aufwendungen.

Im ersten Quartal verzeichnete Airbus Commercial 90 Nettobestellungen
(Q1 2011: 1 Nettobestellung). Die A320-Familie bleibt weltweit auf Erfolgs-kurs: Die Auslieferung der 5.000. Single-Aisle-Maschine im Februar war ein bedeutender Meilenstein für Airbus. Die anhaltend hohe Nachfrage nach der neuen A320neo bestätigt den Status der Single-Aisle-Maschinen von Airbus als beliebteste Flugzeugfamilie der Welt; dies schlug sich im ersten Quartal 2012 in einer Steigerung der Produktionsrate der A320-Familie von 38 auf 40 Maschinen pro Monat nieder. Von Norwegian erhielt Airbus eine Kaufzusage über 100 A320neo; AviancaTaca (Ecuador), Spirit Airlines (USA) und ALAFCO (Kuwait) bestätigten vorausgegangene Absichtserklärungen für die A320neo sowie für die A320 in der aktuellen Triebwerksausführung.

Im Frachtflugzeugsegment erhielt Airbus im Januar einen Folgeauftrag für zwei weitere A330-200F-Maschinen von Etihad Airways. Um der steigenden Nachfrage nach Frachtflugzeugen Rechnung zu tragen, startete Airbus im Februar mit ST Aerospace aus Singapur und den EADS Elbe Flugzeugwerken (EFW) in Dresden ein Programm zur Umrüstung von A330-Passagiermaschinen zu Frachtern. Airbus prüft weiterhin die Umsetzung eines Hochlaufs der A330-Produktion auf monatlich elf Maschinen im zweiten Quartal 2014, sofern sich das europäische System zum Emissionshandel (Emission Trading Scheme) nicht nachteilig auf die Flugzeugbestellungen auswirkt.

Das A350-XWB-Programm schreitet voran: Anfang April lief planmäßig die Endmontage der ersten A350-XWB-Zelle an. Während Airbus Fortschritte im Hinblick auf die nächsten Meilensteine erzielt, bleibt das Programm weiterhin sehr anspruchsvoll.

Im ersten Quartal wurden vier A380 geliefert (Q1 2011: vier Maschinen), so dass bis Ende März insgesamt 71 Maschinen an sieben Betreiber ausgeliefert wurden. Airbus hat nun eine dauerhafte Lösung für die Verbindungsklammern zwischen Flügelhaut und innerer Flügelstruktur der A380 definiert; dabei arbeitet die Division eng mit den A380-Betreibern zusammen, um deren operativen Bedürfnissen gerecht zu werden. Die finale Nachrüstung fällt komplexer aus als im März ursprünglich angenommen; daher aktualisierte der Konzern die veranschlagten Nachrüstungskosten, was zu einer zusätzlichen Aufwendung von € 158 Mio. im ersten Quartal führte. Da die veranschlagten Nachrüstungskosten den gewöhnlichen Gewährleistungsrahmen überschreiten, wird diese Aufwendung nun als Einmaleffekt ausgewiesen. Aufgrund von Einmalkosten und Liefer-anpassungen wird die Implementierung der dauerhaften Lösung in den Produktionsprozess die jährliche EBIT*-Steigerung im A380-Programm 2012 und 2013 vorübergehend verlangsamen. Für das Jahr 2012 strebt Airbus nach wie vor 30 A380-Auslieferungen an, ein Ziel, das mit einem nach hinten geschobenen Auslieferungsplan herausfordernder wird. Allgemeine Gespräche mit den Kunden halten an. Das Erreichen der Gewinnschwelle Anfang 2015 sollte jedoch nicht gefährdet sein.

Im ersten Quartal lieferte Airbus Military vier Flugzeuge aus und erhielt Bestellungen über fünf C295-Maschinen. Im A400M-Programm erteilte die Europäische Agentur für Flugsicherheit Ende April den ersten Teil der Typenzulassung für das Flugzeug. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf der termingerechten Auslieferung der ersten Kundenmaschine, die vertraglich für Anfang 2013 vorgesehen ist. Ende Januar erreichte das britische FSTA-Programm (Future Strategic Tanker Aircraft) mit der Indienst-stellung einen wichtigen Meilenstein. Inzwischen läutete der erste operative Flug der ersten Maschine den Beginn des FSTA-Betriebs bei der britischen Luftwaffe ein.

Ende März 2012 verzeichnete Airbus einen konsolidierten Auftragsbestand in Höhe von € 480,3 Mrd. (Jahresende 2011: € 495,5 Mrd.). Davon entfielen € 460,3 Mrd. (Jahresende 2011: € 475,5 Mrd.) auf Airbus Commercial; dies entspricht einer Stückzahl von 4.396 Flugzeugen (Jahresende 2011: 4.437 Maschinen). Der verschlechterte US-Dollar-Stichtagskurs im Vergleich zum Jahresende 2011 und die daraus resultierende Wechselkurs-induzierte Neubewertung führten zu einer Minderung des Auftragsbestands um rund € 13 Mrd. Der Auftragsbestand von Airbus Military lag mit 218 Flugzeugen bei einem Gesamtwert von € 21,3 Mrd. (Jahresende 2011: € 21,3 Mrd.).

Der Umsatz von Eurocopter erhöhte sich um 46 Prozent auf € 1.199 Mio. (Q1 2011: € 823 Mio.). Die Division lieferte 72 Hubschrauber aus (Q1 2011: 81 Hubschrauber). Das EBIT* von Eurocopter stieg um 110 Prozent auf € 65 Mio. (Q1 2011: € 31 Mio.). Die Steigerungen bei Umsatz und EBIT* gegenüber dem Vorjahr sind insbesondere auf einen – durch Super-Puma-Auslieferungen im ersten Quartal – günstigen Mix sowie auf günstige Preiseffekte zurückzuführen. Der Umsatz beinhaltet zudem einen Beitrag aus der Konsolidierung des Geschäfts von Vector Aerospace.

Der zivile Markt verzeichnete eine wesentlich stärkere Dynamik als noch im Vorjahr; die Anzahl der Stornierungen (ein Hubschrauber im Q1 2012) ging wieder zurück auf Vorkrisenniveau. Im ersten Quartal verzeichnete Eurocopter 93 Nettobestellungen (Q1 2011: 99 Nettobestellungen). Auf der US-amerikanischen Messe Heli-Expo im Februar präsentierte die Division unter anderem ihren neuen Hubschrauber EC130 T2, für den sieben Erstkunden insgesamt 105 Bestellungen und Kaufzusagen abgaben. Auf der darauf folgenden Messe India Aviation 2012 wurden Verträge für Hubschrauber der Typen AS350 B3e, EC135 und EC155 bekannt gegeben. Weitere elf Helikopterbestellungen verzeichnete Eurocopter auf der FIDAE in Chile. Zudem erhielt Eurocopter feste Bestellungen für 15 mittelschwere, zweimotorige EC175. Darüber hinaus stärkte die Division ihre internationale Marktpräsenz mit der Inbetriebnahme des neuen Flugsimulators (Full Flight Simulator – FFS) für die Dauphin AS365 N3/N3+ am Eurocopter-Standort in Singapur, der sich mittlerweile zum Trainings- und MRO-Zentrum (Maintenance, Repair & Overhaul – Wartung, Reparatur und Überholung) für sämtliche Dauphin-Hubschrauber im asiatisch-pazifischen Raum entwickelt hat. Die herausfordernden Verhandlungen von Eurocopter mit der deutschen Bundesregierung über die Zukunft von Schlüssel-Verteidigungsprogrammen halten an, der Ausgang ist noch offen. Der Auftragsbestand von Eurocopter lag stabil bei € 13,9 Mrd. (Jahresende 2011: € 13,8 Mrd.) mit Bestellungen über 1.097 Hubschrauber (Jahresende 2011: 1.076 Hubschrauber).

Der Umsatz von Astrium stieg im ersten Quartal um 13 Prozent auf € 1.325 Mio. (Q1 2011: € 1.171 Mio.), hauptsächlich aufgrund der Erst-konsolidierung des übernommenen Vizada-Konzerns bei Astrium. Das EBIT* erhöhte sich um 25 Prozent auf € 65 Mio. (Q1 2011: € 52 Mio.). Es profitierte insbesondere von der Vizada-Übernahme sowie von ersten Erfolgen aus dem Transformationsprogramm AGILE, wurde aber teilweise wieder reduziert durch höhere F&E-Aufwendungen für Innovationen. Der Auftragseingang erreichte im ersten Quartal € 1,2 Mrd. Neue Aufträge umfassten einen russischen Auftrag über zwei Telekommunikations-Satelliten sowie einen Vertrag in Saudi-Arabien über Telekommunikations-Dienste. Darüber hinaus erhielt Astrium einen Auftrag von der Europäischen Weltraumorganisation ESA über die Anpassung der Ariane-5-Trägerrakete für den gleichzeitigen Transport von vier Galileo-Satelliten ins All. Im ersten Quartal 2012 absolvierte die Ariane 5 ihren 47. erfolgreichen Start in Folge, bei dem sie den dritten unbemannten Raumtransporter (Automated Transfer Vehicle – ATV) in den Orbit brachte. Einige Tage später konnte dieser erfolg-reich an die Internationale Raumstation ISS andocken. Sowohl beim Bau der Ariane 5 als auch beim ATV ist Astrium der Hauptauftragnehmer. Vom Ministerrat der Europäischen Weltraumorganisation ESA, der Ende 2012 zusammentreten soll, werden klare Perspektiven für die künftige Ausrichtung der europäischen Raumfahrtprogramme erwartet. Der Auftragsbestand von Astrium belief sich Ende März 2012 auf € 14,5 Mrd. (Jahresende 2011: € 14,7 Mrd.).

Der Umsatz von Cassidian wuchs um fünf Prozent auf € 925 Mio. (Q1 2011: € 878 Mio.). Der Anstieg spiegelt günstige Phaseneffekte bei den Eurofighter-Auslieferungen wider. Das EBIT* blieb mit € 8 Mio. stabil (Q1 2011: € 8 Mio.). Die positiven Volumeneffekte aus dem Eurofighter-Programm wurden kompensiert durch nicht-programmbezogene Kosten, die für die Internationalisierung und Transformation der Division entstanden. Cassidian investiert weiterhin stark in die nächste Generation von Produkten und Services. Mit ihrem Transformationsprogramm legt die Division weiterhin ihren Fokus auf globales Wachstum, insbesondere im Sicherheitsbereich.

Trotz knapper europäischer Verteidigungsbudgets verzeichnete Cassidian einen bemerkenswerten Auftragseingang von € 1,8 Mrd.; dieser umfasste unter anderem einen wichtigen Wartungsvertrag im Wert von rund € 840 Mio. zur Unterstützung der Eurofighter-Flotte für die nächsten fünf Jahre. Basierend auf ihrem 37,5 Prozent-Anteil an MBDA verbuchte die Division zudem einen umfangreichen Exportauftrag aus Indien in Höhe von rund € 400 Mio. Cassidian und Rheinmetall sind derzeit dabei, eine Vereinbarung abzuschließen, die UAS-Aktivitäten (Unmanned Aerial Systems) von Rheinmetall gemeinsam in einer eigenständigen Einheit weiterzuführen. Darüber hinaus kündigte Cassidian die Gründung einer CyberSecurity-Einheit an, die ihren Betrieb am 1. Juli 2012 aufnehmen wird. In einer Studie, die vom deutschen BWB (Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung) beauftragt wurde, demonstrierte Cassidian erfolgreich die verbesserten Einsatzfähigkeiten des Eurofighter durch das künftige E-Scan-Radar. Die Exportmöglichkeiten für den Eurofighter sowie die aktuellen Entwicklungen in Indien und der Schweiz verfolgt Cassidian weiterhin mit großer Aufmerksamkeit. Mit der Lieferung des neuesten Fähigkeitsstandards ASSTA 3.0 (Avionics System Software Tornado Ada) für die Tornado-Kampfflugzeug¬flotte der deutschen Luftwaffe erreichte die Division einen weiteren wichtigen Meilenstein. Ende März 2012 stieg der Auftragsbestand von Cassidian auf € 16,2 Mrd. (Jahresende 2011: € 15,5 Mrd.).

EADS-Zentrale und Übrige Aktivitäten (ohne Zugehörigkeit zu einer Division)
 Der Umsatz der Übrigen Aktivitäten stieg um 47 Prozent auf € 361 Mio. (Q1 2011: € 246 Mio.), vor allem dank höherer Auslieferungen militärischer Transportflugzeuge des Typs CN235 bei EADS North America sowie eines leichten Umsatzanstiegs bei ATR. Trotz des Umsatzwachstums sank das EBIT* der Übrigen Aktivitäten auf € -6 Mio. (Q1 2011: € -3 Mio.). Belastet wurde es durch einen ungünstigen Mixeffekt bei EADS North America sowie vorübergehend negative Kosten-Phaseneffekte bei ATR im ersten Quartal.

ATR erhielt im ersten Quartal zwei Festbestellungen (Q1 2011: 25) und lieferte acht Flugzeuge aus (Q1 2011: 6). Der Auftragsbestand von ATR belief sich auf 218 Maschinen; in Zeiten hoher Treibstoffpreise spiegelt dies die hohe Nachfrage nach Turboprop-Maschinen im regionalen Linienverkehr wider. Der Auftragsbestand von Sogerma profitierte von höheren Produktionsraten bei Airbus und ATR. Bei EADS North America blieb das LUH-Programm auch in seinem siebten Jahr im Kosten- und Terminplan. Im März nahm die U.S. Army ihren 200. UH-72A Lakota-Helikopter entgegen. Es handelte sich um den ersten Hubschrauber, der mit dem neuen Security and Support Battalion Mission Equipment Package ausgestattet ist. Ende März 2012 verzeichneten die Übrigen Aktivitäten einen Auftrags-bestand von € 2,8 Mrd. (Jahresende 2011: € 3,0 Mrd.). 

 

* EADS verwendet das EBIT vor Goodwill-Wertminderungen und außerordentlichen Posten als Schlüsselindikator für die wirtschaftliche Leistung. Der Terminus „außerordentliche Posten“ bezieht sich auf Sachverhalte wie Aufwendungen aus Abschreibungen der aufgedeckten stillen Reserven aus der Gründung von EADS, dem Airbus-Unternehmens-Zusammenschluss, der Gründung von MBDA sowie in diesem Zusammenhang stehende Wertminderungen aufgrund von Werthaltigkeitstests.

EADS ist ein weltweit führendes Unternehmen der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen mit einem Umsatz von € 49,1 Mrd. im Jahr 2011 und mehr als 133.000 Mitarbeitern. Zu EADS gehören die Divisionen Airbus, Astrium, Cassidian und Eurocopter.

 

Kontakt

Matthieu Duvelleroy
Corporate Media Relations France
Airbus Group
 
Tel.: +33 1 42 24 24 25
Fax: +33 1 42 24 24 28
Philipp Lehmann
Corporate Media Relations Germany
Airbus Group
 
Tel.: +49 89 60 73 42 87
Fax: +49 89 60 73 42 35

http://twitter.com/EADSpress

Ein Themen-Dossier zu den Finanzergebnissen von EADS finden Sie unter: www.eads.com/presse-dossiers-finanzen.

Abonnieren Sie unseren RSS-Feed unter www.eads.com/RSS. Weitere Informationen zu EADS – Fotos, Videos, Audio-Dateien, Hintergrundinformationen – finden Sie unter www.eads.com/presseraum und www.eads.com/broadcast-room. 
 

Hinweise an die Redaktionen:
Live-Übertragung der EADS-Telefonkonferenz für Analysten im Internet
Sie können die Telefonkonferenz für Analysten mit dem CEO von EADS, Louis Gallois, und dem CFO von EADS, Hans Peter Ring, heute um 10.00 Uhr auf unserer Websitewww.eads.com verfolgen.
Bitte klicken Sie dazu auf das Banner auf der Startseite. Im Laufe des Nachmittags steht eine Aufzeichnung der Telefonkonferenz zur Verfügung.
 

EADS – Ergebnisse des 1. Quartals 2012
(Beträge in Euro)




 

Fußnoten:

  1. Gewinn vor Zinsen, Steuern, Wertminderungen, Abschreibungen und außerordentlichen Posten.
  2. Gewinn vor Zinsen und Steuern, vor Goodwill-Wertminderungen und außerordentlichen Posten.
  3. EADS verwendet weiterhin den Terminus Konzernergebnis. Das Konzernergebnis ist identisch mit dem Ergebnis, das den Eigentümern des Mutterunternehmens gemäß den IFRS-Regeln zusteht.
  4. Das Konzernergebnis vor Einmaleffekten entspricht dem Konzernergebnis bereinigt um Einmaleffekte im EBIT*. Es beinhaltet nicht das Übrige Finanzergebnis (außer der Aufzinsung diskontierter Rückstellungen) und keine steuerlichen Effekte der genannten Sachverhalte. Das Konzernergebnis* vor Einmaleffekten ist das Konzernergebnis vor Einmaleffekten, vor Goodwill-Wertminderungen, außerordentlichen Posten und darauf entfallenden Steuern. Folglich entspricht der Gewinn je Aktie* vor Einmaleffekten dem Gewinn je Aktie basierend auf dem Konzernergebnis* vor Einmaleffekten.
  5. Beiträge und Bestände aus dem zivilen Flugzeuggeschäft zum Auftragseingang bzw. Auftragsbestand von EADS basieren auf Listenpreisen.
  6. Die berichtspflichtigen Segmente Airbus Commercial und Airbus Military sind Teil der Airbus-Division. Eliminierungen werden auf Divisionsebene vorgenommen.

Sicherheitshinweis zu den Prognosen über die Geschäftsentwicklung (Safe Harbour Statement):
Bestimmte Aussagen dieser Pressemitteilung geben keine historischen Fakten wieder, sondern sind vorausschauende Aussagen und Erwartungen, die sich auf die Überzeugungen der Geschäftsleitung stützen. Diese Aussagen entsprechen den zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung aktuellen Ansichten und Einschätzungen von EADS. Sie unterliegen bekannten und unbekannten Risiken und Unsicherheiten, die dazu führen können, dass tatsächliche Ergebnisse, Leistungsdaten oder Ereignisse von den in solchen Mitteilungen explizit oder implizit ausgewiesenen maßgeblich abweichen können.

In dieser Pressemitteilung sind vorausschauende Aussagen durch Formulierungen wie „rechnen mit“, „glauben“, „schätzen“, „erwarten“, „beabsichtigen“, „planen“ oder „möglicherweise“ gekennzeichnet.

Zu den Prämissen, auf denen diese vorausschauenden Angaben beruhen, zählen unter anderem, aber nicht ausschließlich: Erwartungen zur Nachfrage, zu gegenwärtigen oder künftigen Absatzmärkten für die Produkte und Dienstleistungen von EADS, zur internen Performance, zu Kundenfinanzierungen, zur Performance von Kunden, Zulieferern und Unterauftragnehmern, zu Vertragsverhandlungen oder zu den positiven Ergebnissen bestimmter laufender Vertriebskampagnen.

Vorausschauende Aussagen bergen Unsicherheiten, und die tatsächlichen Ergebnisse und Trends können deutlich von ihnen abweichen – unter anderem, jedoch nicht ausschließlich, aus folgenden Gründen: allgemeine wirtschaftliche und arbeitsmarkttechnische Umstände, wie besonders die konjunkturelle Lage in Europa, Nordamerika und Asien; rechtliche, finanzielle und zwischenstaatliche Risiken im Zusammenhang mit internationalen Geschäftsabschlüssen; die Konjunkturabhängigkeit einzelner Geschäftseinheiten von EADS; die Volatilität der Märkte für bestimmte Produkte und Dienstleistungen; Risiken im Zusammenhang mit den Leistungen unserer Produkte; Arbeitskämpfe im Rahmen von Tarifverhandlungen; Faktoren, die eine dauerhafte, signifikante Einschränkung des weltweiten Luftverkehrs bedingen; der Ausgang politischer und rechtlicher Prozesse, einschließlich der nicht gesicherten staatlichen Finanzierung bestimmter Programme; die Konsolidierung des Wettbewerbs in der Luft- und Raumfahrtindustrie; Entwicklungskosten für neue Produkte und deren Vertriebserfolg; Wechselkurs- und Zinsschwankungen zwischen Euro, US-Dollar und anderen Währungen; Rechtsstreitigkeiten sowie andere wirtschaftliche, politische und technologische Risiken und Unsicherheiten. Weiterführende Informationen zu diesen Faktoren können dem Registrierungsdokument des Unternehmens vom 12. April 2012 entnommen werden. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserer Webseite: www.eads.com.